Systemisches Handeln und systemische Lösungen

Aktivierende Methoden für den beruflichen Alltag

Stationäre Familienhilfe

Stationäre Familienhilfe als Alternative zur Fremdunterbringung von Kindern auf unbestimmte Zeit

Für Familien, bei denen die bisherigen ambulanten Hilfen nicht zu einer positiven Veränderung ihrer komplexen Problemlagen geführt haben, besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Stationären Familienhilfe eine unmittelbar bevorstehende Trennung von einzelnen Familienmitgliedern zu verhindern. Diese intensive Form der Hilfe stellt die ganze Familie in den Mittelpunkt - nicht nur einen einzelnen Symptomträger. Das gesamte familäre System übernimmt somit die Verantwortung für die notwendige Veränderung und Weiterentwicklung.

In einem veränderten Umfeld werden für und gemeinsam mit den Familien für sie passende Lösungen erarbeitet, um die akute Krise zu überwinden. Prozesshaft und mit hoher Intensität werden Veränderungen initiiert und begleitet. Durch die Maßnahme soll perspektivisch ein weiterer Familienzusammenhalt ermöglicht werden. Stationäre Familienhilfe bietet sich entsprechend auch an für die Wiedereingliederung bereits fremduntergebrachter Kinder in das Familiensystem.

 

Neuerscheinung:
Werkbuch FamilienAktivierungsManagement

Das Werkbuch FamilienAktivierungsManagement – Methoden der Familienaktivierung und Krisenintervention wurde am 08.10.2013 von Rüdiger Pieper im Rahmen einer Tagung / eines Einrichtungsleitertreffen des Dachverbandes Familienaktivierung e. V. in Berlin vorgestellt. Neben der Buchpräsentation  referierte u.a. Professor Dr. Reinhart Wolff zum Thema "Werden die ambulanten Hilfen beim Kinderschutz missbraucht?". Erweiternd wurden in diesem Rahmen zudem Strategien des Dachverbandes im Hinblick auf eine zukünftige Qualitätssicherung erörtert.
Auf einem weiteren Fachtag des Dachverbandes am 07.12.2013 im Vareler Waisenstift stand zunächst das Thema „Alles kreist um den Job  - wenn psychosoziale Arbeit krank macht…“ im Focus. Herausgearbeitet wurden Strategien zur Burnout-Prophylaxe für FAM-Fachkräfte und andere Mitarbeiter/-innen. Bei den Teilnehmerinnen sorgte die anschließende Präsentation des neuen Fachbuchs ebenfalls für positiven Gesprächsstoff. „Ein Buch, dass man sowohl zum Nachschlagen in der Aktentasche haben kann, wenn man in Familien arbeitet, dass aber neben Praxisbeispielen auch durch Theorie ergänzt wird“ (Nordwest-Zeitung vom 12.11.2013

Am 27.09. fand - nunmehr zum dritten Mal - im Waisenstift Varel ein fachlicher Austausch von Anbietern der Stationären Familienhilfe statt. Im Rahmen dieses "Trainingswohnen auf Zeit"  werden Familiensysteme in ihrer Ganzheit pädagogisch und therapeutisch für die Dauer von 6 Monaten in Trainingswohnungen fachlich begleitet. Das Waisenstift hat dieses Angebot maßgeblich entwickelt, insbesondere mit Jugendhilfeeinrichtung Gotteshütte in Porta Westfalica hat sich eine enge kooperative Zusammenarbeit zur weiteren Entwicklung dieses Angebots etabliert.

Die Fachtage sollen dazu dienen, dieses Angebot fachlich weiter zu differenzieren und zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund werden u.a. bisherige Hilfeverläufe gegenseitig reflektiert, Erfahrungen ausgetauscht und etwaig vorgenommene Nachjustierungen hinsichtlich derer Wirkungen betrachtet.

Der diesjährige Austausch fokussierte insbesondere die durch die Platzzahlvergrößerung vorgenommenen strukturellen Veränderungen. Erweiternd wurden erfolgreich umgesetzte Methoden vorgestellt und für die Teilnehmer/-innen praktisch erfahrbar gemacht. So wurde über den Einsatz des "Ich-Schaff's"-Programm von Ben Furmann berichtet und Aufstellungsarbeit mittels Bodenanker-Technik praktisch vorgestellt.

 

Die fachliche Weiterentwicklung der Hilfeform der stationären Betreuung ganzer Familiensystem wird im Rahmen eines weiteren kollegialen Austausches der Anbieter Waisenstift Varel und Jugendhof Gotteshütte fortgesetzt. Der nächste Fachtag ist in Vorbereitung und soll im September in Varel stattfinden. Weitere Interessierte sind willkommen - diesbezügliche Rückfragen bitte über das Kontaktformular.

Die Fragestellungen werden sich mit den Auswirkungen der in beiden Einrichtungen vorgenommenen Platzzahlerweiterungen auf die Angebotsstruktur und die inhaltliche Gestaltung auseinandersetzen. Darüber hinaus ist ein Austausch über  den Einsatz relevanter Methoden vorgesehen.

Um der weiter stetig steigenden Nachfrage der pädagogischen und therapeutischen Begleitung ganzer Familiensysteme nachkommen zu können, hat sich das Waisenstift Varel entschlossen, durch den kurzfristigen Ausbau einer weiteren Wohneinheit die Platzzahlkapazität noch einmal zu erhöhen. Es stehen ab sofort in zwei separaten Wohnhäusern jetzt insgesamt 4 geräumige Wohnungen für das Angebot der Stationären Familienhilfe zur Verfügung.

Die Einrichtung intensiviert somit die fachliche Ausrichtung und den Ausbau einer Hilfeform, die sich den letzten Jahren dahingehend etabliert hat, um komplexen Fragestellungen in Bezug auf elterlicher Erziehungskompetenz  gerade im Spannungsfeld von Kindeswohlgefährdung Raum zu geben und nachhaltige Antworten für alle Beteiligten (Familie, Jugendamt, Familiengericht) zu finden. Im Waisenstift Varel wurden in diesem Setting bereits mehr als 40 (Teil)Familien begleitet.

Diese Hilfeform bietet sich dabei an, um im Rahmen eines sechsmonatigen stationären Trainings einer Trennung und Vereinzelung bei einer bevorstehenden Fremdunterbringung entgegenzuwirken und/oder ein getrenntes Familiensystem wieder strukturiert zusammenzuführen und eine Rückkehr von Kindern in den elterlichen Haushalt zu begleiten. Sie bietet erweiternd die Möglichkeit, familiäre Lebenswelten intensiv zu begleiten und dabei Klärungsprozesse zu initiieren - auch um zu prüfen, ob bzw. das familiäre System Entwicklungschancen für alle ihre Beteiligten bieten kann. Zentraler Ansatzpunkt ist die aktive Einbeziehung der Eltern in den Hilfeprozess, um mit der Familie eine gemeinsame sowie langfristig tragfähige Perspektive zu erarbeiten und einzuüben.

Durch die erneute Platzzahlerhöhung eröffnen sich nunmehr weitere Möglichkeiten in der Hilfegestaltung. So können jetzt beispielsweise verstärkt Synergien durch gruppenbezogene Angebote im Hinblick auf Förderung und  Betreuung, aber auch in Bezug des "voneinander-Lernens" erzielt werden.

Durch den unmittelbaren Einzug eines alleinerziehenden Vaters mit seinen beiden Kindern sind alle Wohnungen besetzt. Die einhergehende Personalerweiterung wird die Teamstrukturen nachhaltig verändern. Auch die inhaltliche Gestaltung wird entsprechend zu prüfen und nach zu justieren sein. Darauf freuen wir uns!

Das Angebot der Stationären Aufnahme ganzer Familiensysteme im Waisenstift Varel ist um einen Platz erhöht worden, so dass diese Möglichkeit der intensiven fachlichen Begleitung und Betreuung ab sofort 3 Familien parallel zur Verfügung steht. Eine weitere Platzzahlerhöhung steht durch den Ausbau einer weiteren Wohnung unmittelbar bevor.

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